Sprachförderung und Elternarbeit

Zum offenen Treff im Dotter- Café, im Eschelkopfweg 8 in Darmstadt-Eberstadt kommen jeden Montag- und Mittwochvormittag Mütter und manchmal auch Väter aus unterschiedlichen Kulturkreisen mit ihren Kindern im Alter von 0-3 Jahren. Dabei steht die Sprachförderung und Elternarbeit im Mittelpunkt des Angebots.

Viele der Mütter kommen mit ihren Kindern schon lange und dadurch hat sich ein fester Besucherstamm herauskristallisiert. Dabei sind die Nationalitäten breit gefächert und auch der soziale Status ist sehr unterschiedlich. Sowohl Akademikerinnen als auch ALG II – Empfängerinnen gehören zu den Besucherinnen.

Manche der Kinder kamen schon als Neugeborene. So ist es möglich, den Bedarf an Unterstützungen frühzeitig zu erkennen und durch die gute Kooperation mit den Kolleginnen des „Darmstädter Modells – Kinder schützen – Familien fördern“ weitere Hilfen in die Wege zu leiten.
Das Dotter-Café hat sich im Quartier als feste Institution etabliert und die Besucherzahl wächst ständig. Die Mütter bringen Nachbarinnen oder Bekannte mit Kindern mit in den offenen Treff. Phasenweise sind bis zu 30 Menschen im Café. So haben sich unter den Familien Freundschaften entwickelt und Unterstützungssysteme gebildet.

Das Angebot ist immer wiederholenden Ritualen strukturiert. So findet die namentliche Begrüßung der Kinder durch Singen statt. Daran haben schon die Allerkleinsten große Freude und fühlen sich persönlich angesprochen. Über Lieder lernen die Kinder und ihre Eltern die deutsche Sprache besser kennen. Manche Kinder, die ansonsten noch kein deutsches Wort sprechen, können komplette deutsche Liedertexte singen. Für die Besucher steht ein gesundes, frisch zubereitetes Frühstücksangebot zur Verfügung und die Mütter und Väter werden zu Ernährungsfragen beraten.

Ein großes Ziel der Arbeit ist es, die Eltern dabei zu begleiten, die selbstregulatorischen Fähigkeiten ihrer Kinder feinfühlig zu unterstützen. Dazu werden Anregungen zur Entwicklungsförderung angeboten und die Eltern dafür und sensibilisiert die Bedürfnisse der Kinder zu verstehen und angemessen darauf einzugehen. Ein weiterer wichtiger Bereich ist der Umgang mit den Autonomiebestrebungen der Kleinkinder. Notwendige Grenzsetzungen und klare Ansagen den Kindern gegenüber sind ein weiteres zentrales Thema. Die Sprachförderung findet kontinuierlich, durch das Tun und Benennen statt. Selbstverständlich stehen altersgerechte Bilderbücher und anderes Spielmaterial zur Verfügung.

Weiterhin werden die Familien bei Antragstellungen, Telefonaten mit Behörden und vielem mehr unterstützt. So entwickelt sich eine vertrauensvolle Beziehung und viele Besucher wenden sich auch mit heiklen Themen an das Team. Im Dotter- Café finden auch Mütter aus Kulturkreisen in denen sich Frauen nicht selbstverständlich im öffentlichen Raum bewegen, einen Ort der gegenseitigen Akzeptanz, Freiheit und Emanzipation. Manche muslimische Mütter legen im Dotter- Café ihr Kopftuch ab weil es dort für sie wie ein Stück zuhause ist.

Von August 2016 bis einschließlich August 2017 war der offene Treff für Eltern mit Kindern von 0-3 Jahren an 88 Vormittagen geöffnet. Durchschnittlich kamen 20 Eltern und Kinder. Der offene Treff am Donnerstagnachmittag fand an 44 Tagen statt. Durchschnittlich kamen 17 Eltern und Kinder.